Donnerstag, 5. Dezember 2013

Ganz und gar phantastisch: Ulrich Tukurs "Die Spieluhr"

„Seine Novelle ist eine Liebeserklärung an die Macht der Malerei und die Magie der Musik“, urteilte die ‚Augsburger Allgemeine’ über die Novelle „Die Spieluhr“ von Ulrich Tukur. Wenn Kunst zum Gegenstand literarischen Erzählens wird, dann bildet die Buch- und Kunsthandlung Felix Jud einen würdigen Rahmen dafür. Bereits zwei Mal signierte Tukur sein Buch persönlich am Neuen Wall 13. Kurz vor Weihnachten wird der Schauspieler und Musiker ein weiteres Mal in unseren Räumlichkeiten zu Gast sein und exklusiv für unsere Kunden signieren.

Virtuos und opulent
Eine in diesem Jahr gestartete Imagekampagne des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels trägt den Claim „Vorsicht Buch!“, womit augenzwinkernd verdeutlicht wird, dass Bücher eine besondere Kraft entfalten, indem sie den Leser mit ihren Erlebniswelten faszinieren. Die Novelle des Schauspielers und Musikers Ulrich Tukur ist ein wunderbares Beispiel dafür. „Rauschhaft, fast labyrinthisch“, „opulente Bilder“, „halsbrecherisch und virtuos“ – so lauten die Rezensionen in den Feuilletons.

Die Novelle ist gewissermaßen eine literarische Verlängerung der Filmbiographie „Séraphine“ aus dem Jahr 2008. Ulrich Tukur spielte darin den deutschen Kunstsammler Wilhelm Uhde, der in die französischen Provinz umsiedelt und dort in seiner Putzfrau eine talentierte Malerin entdeckt, die er in der Folgezeit zu fördern versucht – erschwert durch die brisante weltpolitische Lage (Erster Weltkrieg, Große Depression).

Wir reservieren Ihnen ein signiertes Exemplar
In seiner Novelle verknüpft Tukur mit Raffinesse filmische Episoden mit historischen Grundlagen und phantastischen Elementen, heraufbeschworen mit Eindrücken eines vergessenen Schlosses in der Picardie, in dem ein Leben hinter den Bildern und damit zugleich andere Epochen erschlossen werden. Der Leser wird dabei mitgenommen auf eine Reise durch drei Jahrhunderte vom Rokoko bis zur Gegenwart.

Vorbild für den schmucken Einband der Novelle ist übrigens der Roman „Die andere Seite“ von Alfred Kubin. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und beantworten Ihnen gerne weitere Fragen. Haben Sie Interesse an einem von Ulrich Tukur signierten Exemplar der Novelle? Dann schreiben Sie an kontakt@felix-jud.de. Wir reservieren Ihnen gern ein Exemplar!

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Rauschendes Fest bei Felix Jud

„In dieser Buchhandlung würde ich gerne wohnen“, sagte ein Kunde anlässlich der Feier zum 90-jährigen Jubiläum der Buchhandlung Felix Jud. Ein schöneres Kompliment kann es kaum geben – zumal der besagte Kunde eigens aus seiner Wahlheimat Stuttgart zu den Feierlichkeiten angereist ist. Der Vielzahl der Gäste, die sich zur Geburtstagsfeier am Abend des 16. Oktober bei Felix Jud einfanden, wurde denn auch ein beeindruckendes Programm geboten. Die bunte Soirée stand ganz im Zeichen der quirligen Kultur der 20er Jahre in Hamburg – als das schmucke Buchgeschäft von dem Liberalen Felix Jud gegründet wurde. Im Sinne des abendlichen Mottos „Götzenpauke“ wurden die Gäste in die Zeit der legendären Hamburger Künstlerfeste versetzt: Von Pauken und Xylophon begleitete Tänzer in expressionistischen Kostümen bildeten das Highlight des Abends.

Dr. Claudia Banz und Dr. Rüdger Joppien (Museum für Kunst und Gewerbe) ließen in einem Kurzvortrag die Zeit der vollen Blüte des Expressionismus in Hamburg Revue passieren. Ein Jahr bevor Felix Jud gegründet wurde, hatten die Schauspieler und Tänzer Lavinia Schulz und Walter Holdt ihren ersten großen Auftritt im Rahmen eines Hamburger Künstlerfestes. Zur damaligen Zeit hatten Tänzer und Schauspieler einen entscheidenden Anteil an der Gestaltung der Gesamtkunstwerke; Tanz und Kunst fanden zu einer neuen Synthese (www.mkg-hamburg.de).

Zum Jubiläum wartet Felix Jud mit einer weiteren Besonderheit auf: Eine Woche lang stehen die Schaufenster des Geschäftes am Neuen Wall im Zeichen der 20er Jahre. Emil Maetzels „Maskierte Gesichter“ sind ebenso zu bewundern wie ein expressionistisches Tanzkostüm, Werke des Kunsthistorikers und Kulturwissenschaftlers Aby Warburg und ein Linolschnitt der Alsterarkaden, welcher der Jubiläumsausgabe „Leute von Hamburg“ von Siegfried Lenz beigelegt ist – dies sind nur einige der besonderen Darstellungen und Angebote von Felix Jud zum 90. Geburtstag. Besuchen Sie auch unsere Ausstellung „Herbstsalon“ mit Werken von Lovis Corinth, Max Liebermann, Erich Heckel, Emil Nolde, Paul Kleinschmidt u.a.

Dienstag, 1. Oktober 2013

Jubiläum: 90 Jahre Felix Jud

„Allen Verhältnissen zum Trotz – im Glauben an eine bessere Zukunft Deutschlands und im Vertrauen auf das literarisch gebildete Hamburger Publikum – haben wir uns entschlossen, eine neue Buchhandlung zu eröffnen“ – mit diesen Worten lud der 24-jährige Felix Jud 1923 zur Eröffnung seiner neuen Buchhandlung ein.

Sein damals unter dem Namen „Hamburger Bücherstube Felix Jud & Co“ gegründetes Geschäft sollte eine Pflegestätte für „das gute und schöne Buch, für Publikationen über alte und moderne Kunst und für Bücher über Philosophie“ sein – und diesem Gründungsgedanken wird die traditionsreiche Buchhandlung auch nach 90 Jahren noch gerecht.

Den runden Geburtstag nehmen die heutigen Geschäftsführer Wilfried Weber und Marina Krauth zum Anlass für eine Jubiläumsausstellung unter dem Titel Herbstsalon. Vom 17. Oktober bis zum 31. Oktober sind unter anderem Werke von Emil Maetzel und Dorothea Maetzel-Johannsen, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Max Liebermann und Emil Nolde in den Räumlichkeiten von Felix Jud am Neuen Wall 13 zu sehen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Montag, 24. Juni 2013

LSD: Karl Lagerfelds literarische Droge

„Solange du kein Priester oder Tänzer wirst, kannst du machen, was du willst“, sagte die Mutter von Modeschöpfer Karl Lagerfeld einst zu ihrem Sohnemann – und er hielt Wort. Dass der Modezar seit 2010 nicht nur im Fashion Business unterwegs ist, sondern sich auch als Verleger betätigt, hätte seine Mutter sicherlich abgenickt.

LSD heißt das Kürzel, unter dem Lagerfeld seit drei Jahren auf dem deutschen Buchmarkt vertreten ist. Die Abkürzung steht für für Lagerfeld, Steidl, Druckerei Verlag. Lagerfeld hat LSD zusammen mit dem Verleger Gerhard Steidl gegründet. Unter dessen „Verlagsdach“ gibt Lagerfeld bereits seit vielen Jahren Fotobücher heraus.

Mit LSD ist 2010 ein Verlag für deutschsprachige Büchern entstanden, vor allem Übersetzungen aus dem Englischen und Französischen. Das Besondere: Lagerfeld wählt als Programmchef persönlich alle Titel aus. Zu den Themen zählen Literatur und Biografien ebenso wie Mode, Kunst, Ästhetik und Musik.

Assoziationen zur Droge LSD will der Modezar mit dem Verlagskürzel bewusst wecken: „Die Lektüre ist eine wunderbare Droge, für die es Gott sei Dank keine Entziehungskur gibt, wenn man abhängig davon wird … Dieser Zustand kann sich nur aufs Angenehmste verschlechtern. Ich bin in dieser Beziehung ein glücklich Süchtiger. Kann mir das Leben gar nicht ohne diesen Stoff vorstellen.“, schrieb Lagerfeld zum Start des Verlags. Zu den bisher erschienenen Büchern des LSD Verlags gehört eine Biografie über Coco Chanel ebenso wie die Lebensgeschichte der Konzertpianistin Hélène Mercier Arnault oder eine Abhandlung über „Die Kunst des Mittagsschlafs“.

Welche Bücher im Herbst bei LSD erscheinen, erfahren Sie bei einem Besuch in der Buchhandlung Felix Jud am Neuen Wall. Wir heißen Sie herzlich willkommen und erzählen Ihnen gerne mehr zu LSD!

Dienstag, 4. Juni 2013

Für Liebhaber des Expressionismus: Neue Ausstellung bei Felix Jud

 „Ach mein Junge, jetzt hast du das schöne Geld in den Sumpf geschmissen“, soll die Mutter von Emil Maetzel (1877-1955) geklagt haben, als sie erfuhr, dass ihr Sohn einst ein feuchtes Waldgrundstück im Hamburger Stadtteil Volksdorf erworben hatte – so zumindest schrieb es vor einigen Jahren das Hamburger Abendblatt im Rückblick auf die Historie des Hauses.

Der Maler, Bildhauer und Architekt Emil Maetzel hatte jedoch gute Gründe: Er erbaute in Volksdorf zunächst ein idyllisch gelegenes Sommerhaus und wenig später ein Wohnhaus für seine Familie. Bald schon avancierte der schmucke Garten zur Besucherstätte für expressionistische Künstler, die Emil Maetzel und seine Frau Dorothea Maetzel-Johannsen (1886-1930) dort empfingen.
Das Künstlerpaar prägte das kulturelle Leben der Stadt Hamburg nachhaltig und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Künstlervereinigung Hamburgische Sezession. Emil Maetzel, der zu den Hauptvertretern des Expressionismus in Hamburg gehörte, wurde 1933 zwangspensioniert und einige seiner Werke als Entartete Kunst beschlagnahmt.

Einen Blick auf das beeindruckende Werk der beiden Künstler können Sie vom 17. Juni bis 17. August in der Buchhandlung Felix Jud werfen. Dort können im Rahmen einer Verkaufsausstellung Exponate von Emil Maetzel und Dorothea Maetzel-Johannsen begutachtet und erworben werden. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Donnerstag, 16. Mai 2013

Krähen können auch bunt sein


Die Farbe Schwarz ist die Erfolgsgeschichte der Krähen: Zu keiner Zeit und in keiner Kultur kamen Menschen auf die Idee, schwarze Vögel zu verspeisen. Dafür werden sie dem Stadtmenschen heutzutage recht lästig, passen sie sich doch virtuos der menschlichen Zivilisation an. Ein beeindruckendes Beispiel dafür sind die Krähen von Tokio: Als dort Wasserwerfer gegen ihre Nester eingesetzt wurden, verstärkten die Krähen diese kurzerhand mit Drahtkleiderbügeln, die sie mühelos um die Häuser herum aufstöberten. Ihrer beeindruckenden Intelligenz zum Trotz können sich die Krähen nicht ihres schlechten Rufes erwehren. Dabei, so erfahren Leser des bezaubernden Büchleins „Krähen“ von Tierjournalist Cord Riechelmann, dass die engsten Verwandten der Krähen die Paradiesvögel sind. Und: Zu den insgesamt 123 Krähenarten zählen auch der Eichel- und der Tanennhäher, die ganz und gar nicht schwarz und krächzend daherkommen.

Riechelmann erzählt in seinem Werk die Natur- und Kulturgeschichte der Krähen mit großer Leidenschaft und Lebendigkeit – eben dies ist das Konzept der neuen Reihe „Naturkunden“ des Berliner Matthes & Seitz Verlages, in der das Buch erschienen ist: „Jeder Band ist buchstäblich eine Kunde der Natur im Sinne einer nicht-wissenschaftlichen Annäherung an besondere Naturphänomene“, erklärt Judith Schalansky, Herausgeberin der Reihe. Spannende Lebensgeschichten, Reiseliteratur, Philosophie und Kunst finden in den „Naturkunden“ deshalb gleichermaßen ihren Raum.

So können die Leser auf den Spuren von John Muir, dem Vater der amerikanischen Nationalparks, wandeln – dessen bereits 1894 erstmalig erschienenes Buch „Die Berge Kaliforniens“  in der Reihe „Naturkunden“ erstmalig auf Deutsch vorliegt – oder in dem 310-seitgen Werk „Die Entdeckung der Natur“ den Weltreisenden vergangener Zeiten auf ihren waghalsigen Trips folgen: Petrarca zum Mont Ventoux, Georg Forster nach Tahiti oder Reinhold Messner auf den Mount Everest.

„Sprachlich reizvoll und gleichermaßen lehrreich“ sollen die Naturkunden sein, sagt Judith Schalansky. „Wir wollten eine Reihe etablieren, die jenseits der törichten Einteilung in Belletristik und Sachbuch ihren Platz findet“. Und ein weiteres „Grundgesetz“ des Buchmarktes durchbrechen die „Naturkunden“: Kein Band der Reihe ist wie der andere, sowohl die Buchformate als auch die Aufmachung der Bücher variiert von Werk zu Werk, so dass sich gleichsam die Vielfalt der Natur auch im Layout der Bücher widerspiegelt. Die vier wunderbar gestalteten und illustrierten Debüt-Titel der Reihe „Naturkunden“ erwarten alle Liebhaber des schönen Buches bei Felix Jud am Neuen Wall.

Dienstag, 7. Mai 2013

Judith Schalansky präsentiert die neue Reihe "Naturkunden"

„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich doch heute ein Apfelbäumchen pflanzen“, soll Martin Luther gesagt haben. Der bayerische Pfarrer Korbinian Aigner hat genau dies getan: Im KZ Dachau züchtete er heimlich Äpfel und entwickelte nach dem Krieg eine große Leidenschaft für die Obstkunde. Sichtbar wird dies in knapp achthundert Aquarellen von Korbinian Aigner, die Apfelsorten aus aller Welt zeigen: kleine, große, gestreifte, gefleckte, gepunktete, plattgedrückte, glatte oder schrumpelige Äpfel.

Das 512-seitige Werk „Äpfel und Birnen“ aus dem Berliner Matthes & Seitz Verlag präsentiert die Aquarelle von Korbinian Aigner. Es ist eines von zunächst vier Büchern, die in der neuen Reihe „Naturkunden“ des Verlags erscheinen – Titel, "die von der Natur erzählen, von Tieren und Pflanzen, von Pilzen und Menschen, von Landschaften, Steinen und Himmelskörpern, von belebter und unbelebter, fremder und vertrauter Natur“, so beschreibt der Verlag den programmatischen Anspruch der Reihe. Jedes Buch der „Naturkunden“ soll eine eigene Kunde von der Natur formulieren und dabei auch in der Gestaltung der Vielfalt und Schönheit der Natur gerecht werden. So sind die Werke allesamt bebildert, in historischen Formaten gebunden, fadengeheftet und mit Frontispiz sowie farbigem Kopfschnitt versehen.

Herausgeberin und Gestalterin der „Naturkunden“ ist die Autorin und preisgekrönte Buchdesignerin Judith Schalansky, die unter anderem mit ihrem „Atlas der abgelegenen Inseln“ (mare Verlag) sowie zuletzt dem Titel „Der Hals der Giraffe“ (Suhrkamp) große Beachtung erhielt und bereits mehrfach mit Buchpreisen ausgezeichnet wurde.

Im Gespräch mit Lothar Müller, Redakteur der Süddeutschen Zeitung, wird Judith Schalansky die Reihe „Naturkunden“ in der Buchhandlung Felix Jud vorstellen: am 16. Mai um 20 Uhr. Wir freuen uns sehr über Ihr Kommen und bitten um Anmeldung unter Tel. 040-34 34 85 bzw. E-Mail kontakt@felix-jud.de. Der Eintrittspreis beträgt 10 Euro.